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Betrachtung von Papst Franziskus beim Gebet am 27. März 2020

Liebe Pfarrangehörige und Freunde von St. Josef,

beim Gebet mit dem eucharistischen Segen "Urbi et Orbi" am Freitag den 27. März 2020, hat Papst Franziskus eine Betrachtung zum Evangelium vom Seesturm (Mk 4,35-41) gehalten. die ich Ihnen in diesen Tagen sehr empfehle.

Dabei hat er immer wieder die Worte Jesu wiederholt: "Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?" (Mk 4,40)

Ich möchte den Segenswunsch des Heilgen Vaters vom Ende seiner Ansprache wiederholen:
"Liebe Brüder und Schwestern, von diesem Ort aus, der vom felsenfesten Glauben Petri erzählt, möchte ich heute Abend Euch Alle den Herrn anvertrauen und die Muttergottes um ihre Fürprache bitten, die das Heil des Volkes Gottes und der Meerstern auf stürmischer See ist. Von diesen Kolonaden aus, die Rom und die Welt umarmen, komme der Segen Gottes wie eine tröstenden Umarmung auf Euch herab."

                         Ihr Pfarrer Clemens Hergenröder

Der Sturm auf dem See: 4,35–41
35 Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.
36 Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn.
37 Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann.
38 Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
39 Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein.
40 Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
41 Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?
(Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und
überarbeitete Ausgabe, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart, Alle Rechte
vorbehalten.)

Hier finden Sie die Betrachtung von Papst Franziskus in voller Länge.

Coronavirus – Mahnung, Prüfung und Gnade

Als Christen glauben wir daran, dass Gott der Herr der Geschichte ist und alles zur Vollendung führt. Wir glauben daran, dass Gott für jeden einzelnen Menschen einen Plan hat und ihn/sie durch diese Welt zur Ewigkeit führt. Vor diesem Hintergrund aus, fragen wir uns Christen: Welchen Platz im Leben und im Gottesplan hat dieses Drama mit dem Coronavirus?

Ich bin fest überzeugt, dass Gott diese Weltplage zugelassen, aber nicht losgeschickt hat.

Im weitesten Sinne ist diese Pandemie die Versuchung für die ganze Welt. Es beeinflusst unser Leben auf jede Art. Gott hat uns (Menschen) die Freiheit geschenkt und zur Freiheit gehört auch die Prüfung, der Test, die Waage, die Erziehung, um herauszufinden was für ein Mensch man ist. Und das gehört auch zum Plan Gottes. Die Versuchung deckt auf, was in jedem von uns steckt, deckt unsere Armut aber auch die Gaben wie auch die Schwächen auf. Das ist gut und für jeden eine Chance zu wachsen.

Pandemie ist auch der Moment der Wahrheit für jeden Menschen, jeden Gläubigen, für die Kirche und für die ganze Welt. Wie die Bibel sagt, wir werden geprüft und gewogen. In dieser Situation werden wir gewogen, als Einzelner und als Gemeinschaft. Der Moment lädt uns ein, innezuhalten und uns zu fragen: Worauf bauen wir unser Leben und unser Glück?

Menschliches Leben kann auf der Lüge oder auf Gott gebaut werden. Das sieht man erst, wenn die Versuchung kommt. Ohne Sturm und Versuchung können wir nicht testen, worauf wir unser Leben gebaut haben. Der Unterschied der Corona-Versuchung von den anderen, einzelnen persönlichen Versuchungen liegt darin, dass sie globaler Art ist und globale Botschaft für die Welt ist. Die Pandemie deckt auf, was wir für Menschen sind – sind wir bereit mutig zu dienen oder sind wir egoistisch, wie immer?  Wir stehen jetzt vor Gott und schauen, was in uns steckt.

Pandemie deckt auch unseren Glauben auf und unsere Einbildungen. Sie lädt uns ein, innezuhalten und uns zu fragen: Welche Frucht im Leben bringt die Kommunion hervor?

Wir Leben in einer Zeit, wo die Kommunion für die Gläubigen untersagt ist, aber sie bietet uns die Chance zur Frage: Wie haben die bisherigen Kommunionen unser Leben beeinflusst und verändert? Wie war unser Herz als es Jesus in der Kommunion empfangen hat? 

Vor allem ist die Pandemie eine Mahnung zum Aufwachen und zur Reflexion, wie weit sich die Welt von Gott entfernt hat. Die Pandemie mahnt uns auch, dass der Tod nahe ist. Dieser Unfall im Weltmaß schreit, dass wir sterblich sind und dass Gott uns liebt. Die Pandemie ist gleichzeitig Gnade und Mahnung, zu Gott zurückzukehren. 

Dragan Miloš, Diakon

 

Ihre Meinung zu diesem Thema (zu dieser Weltplage) würde uns interessieren.
Ihre Gedanken können Sie  in einem Dateianhang an folgende Emailadresse zusenden:

dmilos@bistum-eichstaett.de

Gottesdienstzeiten

Heilige Messen in der Pfarrei Ingolstadt St. Josef

Samstag 19.00 Uhr (Winter 18.00 Uhr)
Sonntag 8.30 Uhr, 10.30 Uhr